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  Consorzio di Tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Roero  
Consorzio di tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Roero

Langhe und Roero, colline di Qualità

Hügel, auf denen die Weingärten wunderbar gedeihen, übersät mit Burgen von feudalem Anschein. Sie kommen uns sanft entgegen, doch der Eindruck der Sanftheit bleibt nur für einen Augenblick. Schaut man genauer hin, wird man - wie erleuchtet - ihrem weißen, ausgewaschenen, abrutschenden Grund gewahr. Ihr Reiz steigt, je mehr sich der feste, gewaltige aber von einem Schleier oberflächlicher Zartheit verhohlene Grund präzisiert.

Aus Reise durch Italien von Guido Piovene, Mailand, Mondadori, 1957

So beschrieb der Journalist Guido Piovene die Landschaft der Langhe in den fünfziger Jahren. Zu jener Epoche litten die Menschen im südlichen Piemont noch an den letzten Nachwirkungen des Elends, dass für Jahrhunderte das Leben der Bauern dominierte: Hunger und immer wiederkehrendes Not, vom Rhythmus der anstrengenden Arbeit bestimmte Tage, deren Früchte vollends der Gnade der Kapriolen des Wetters, des Regens oder der Hitze ausgeliefert waren. Das Funkeln der Lichter der plötzlichen Industrialisierung Italiens leerte die Bauerhöfe und rief die Jungen in die Stadt und zum Erfolg, den die Fabriken zu garantieren schienen.

Der Boom, jedoch, explodierte auch auf den Feldern. In den siebziger Jahren und auch noch in den Achtzigern war das Weine-Machen nicht mehr nur persönliche Mühsal und Befriedigung, sondern wurde langsam und zum ersten Mal eine gewinnbringende und bedeutsame Tätigkeit. Viele der Söhne und Töchter der Bauern, die wirtschaftliche Befreiung in den Fabriken gesucht hatten, kamen auf die Familienländereien zurück, um zwischen den Rebenreihen und in den Fässern den Schatz zu heben, der ihnen für ihre Zukunft Sicherheit geben sollte.

Sehr schnell änderte sich die soziale und wirtschaftliche Situation in den Langhe. Wie Mario Soldati in seiner Publikation “Vino al vino” (Wein dem Wein) 1975 schrieb: “Hier dreht sich alles um den Wein. Es sind nicht die Bewohner der Anbaugebiete, die ein Produkt monopolisieren. Es ist das Produkt des Gebietes, das seine Bewohner monopolisiert.”

In dieser Region ist der Wein nicht nur Bestandteil der Ernährung oder Lust am Geschmack, sondern er ist auch Fundament der Sozialisierung, ist Emotion für eine Geschichte, die sich wiederholt und sich mit jeder Flasche erneuert. Das soziale Leben und die Werte der Menschen der Langa und des Roero sind niemals losgelöst von den Versuchungen und dem Zauber, den ihr eigener Wein heraufbeschwört.

Hier existiert schon immer eine Art Symbiose zwischen Mensch und Rebe, so sehr, dass Mythologie, Malerei, Bildhauerkunst und Poesie vor Ort davon geprägt sind. Zeugnis der tiefen, angestammten Verwurzelung der Rebe in der lokalen Kultur sind die anthropomorphen Steine, die als “Bewachung” der Rebenreihen noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gesetzt wurden. Nur zwei der anthropomorphen Pfähle sind uns erhalten und sind das, was von 20 Endpfahlpaaren geblieben ist, die eine Rebanlage bei Paroldo in der Gemeinde Vesmine stützten. Diese kleinen Hinkelsteine (Menhire) sind das greifbaren Zeichen jener bäuerlichen Religiosität voller Respekt und Ehrfurcht für die Erde. Sie sind instinktiv heidnisch und dem Fruchtbarkeitskult zugeneigt, der ein universell menschlicher ist. Aus den aufragenden Steinen meißelten die Steinmetze während der Zeit des Pflügens Figuren potenter Männer und Frauen mit gewölbtem Bauch, die der Bauer im Weinberg festband, sicher mit der heimlichen Hoffnung, dass sie ihm beim Einbringen einer guten Ernte behilflich sein würden.

Der Anbau der Rebe hat auch das Panorama der Landschaft verändert. Infolge eines außergewöhnlich kommerziellen Erfolges der Prestigeweine hat sich eine Monokultur durchgesetzt, welche die Physiognomie des unteren Langa-Gebietes umgestaltete: die Haselnusspflanzungen und traditionell vorhandenen Wälder sind in die obere Langa verschoben worden, leider mit einigem Risiko für die Umwelt und einer Dezimierung der Biodiversität.

Die Mühsal der Arbeit im Weinberg, auch wenn sie weniger wurde, ist nicht verschwunden. Die typischen steilen Abhänge in den Langhe zwingen noch heute zu einer gewissenhaften manuellen Arbeit, sowohl beim Rebschnitt als auch bei der Lese der Trauben. Die erfahrene Hand der fachkundigen Weinbauern ist eines der wichtigsten Elemente für die Qualität der Produkte in diesem Gebiet.

Schon immer sind die Hügel der Langhe und des Roero in der Provinz Cuneo ein als Heimat für Qualitätsweine anerkanntes Land. Einige Daten veranschaulichen diese Realität: fast 90% der bestockten Fläche ist im Register der Ursprungsbezeichnungen eingeschrieben und bietet demzufolge den Ausgangsstoff für die DOCs und DOCGs. Das ist eine fast umgekehrte Proportion im Vergleich zum Durchschnitt Italiens, der noch zum Großteil (60%) auf unbestimmte Produktionen konzentriert ist. Von gesamt 325 DOCs in Italien hat das Piemont 44 (13,5%) inne und von den 41 DOCGs gehören dem Piemont 12, also fast ein Drittel aller (Daten von 2008). Das Gewicht des Weinbausektors in den Langhe misst sich auch an der Zahl der Beschäftigten: zirka 12.000, davon 4.500 Weinbauern und 1.200 Weinmacher.

Einer der Reichtümer und ein Spezifikum der Önologie in der Langa ist, sowohl noble potente Rote für die Lagerung als auch Jungweine für das tägliche Mahl zu offerieren aber auch einige duftende Weiße. Wenn man sie auf dem internationalen Markt vergleicht, präsentieren die Weine der Langhe mit ihrer starken Persönlichkeit und ihrem Charakter einen weiteren Vorteil: ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis für den Verbraucher.

Die Zugpferde des virtuosen Dreigespanns, durch das sich das Gebiet der Langhe auf globaler Ebene behaupten konnte, sind: das Gleichgewicht zwischen Boden und Klima, was als Terroir definiert wird; die autochthonen Rebsorten, die sich in vielfältigen Weinen ausdrücken und die Menschen, die mit tiefer Leidenschaft und mit Intelligenz die Früchte der Erde verarbeiten.

 

Consorzio di Tutela Barolo Barbaresco Alba Langhe e Dogliani
VAT n.: 02410110049 | Company information
Tax Code and Number of Business Register of Cuneo: 90021400040 - REA CN 213442
Corso Enotria, 2/c - Ampelion - 12051 Alba (Cn) Italy - Phone: +39 0173 441074 - Fax: +39 0173 361380
Email: consorzio.vini@langhevini.it

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